Bockhorner Uhr

Historische Stätten/Archäologische Stätten
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Nachdem die alte Kirchturmuhr über 40 Jahre lang im örtlichen Friedhofsturm gestanden hatte, machten sich engagierte Bewohner des Dorfes in monatelanger Arbeit daran, die alte Uhr zu restaurieren und wieder in Betrieb zu nehmen. 

Man kann nicht behaupten, dass in Bockhorn die Uhren anders gehen, aber die Maschine, die mitten im Dorf unter mächtigen Eichen die Zeit misst, tickt auf ihre eigene Art. Sie zeigt nicht nur, was die Stunde geschlagen hat, sondern erzählt mit ihrer außergewöhnlichen Entstehung auch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Diese etwa 200 Kilo schwere Zeitmaschine wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz nach dem 2. Weltkrieg im Internierungslager Oerbke bei Bad Fallingbostel gebaut. "Uhrmacher" waren einige findige Techniker unter den Inhaftierten. Die englischen Besatzer richteten...

Man kann nicht behaupten, dass in Bockhorn die Uhren anders gehen, aber die Maschine, die mitten im Dorf unter mächtigen Eichen die Zeit misst, tickt auf ihre eigene Art. Sie zeigt nicht nur, was die Stunde geschlagen hat, sondern erzählt mit ihrer außergewöhnlichen Entstehung auch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. Diese etwa 200 Kilo schwere Zeitmaschine wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit kurz nach dem 2. Weltkrieg im Internierungslager Oerbke bei Bad Fallingbostel gebaut. "Uhrmacher" waren einige findige Techniker unter den Inhaftierten. Die englischen Besatzer richteten nach übernahme des Camps in einem der Holzhäuser eine Lagerkirche ein, die Glocke wurde in einem Holzturm untergebacht. Nun fehlte noch die Uhr und es liegt nahe, dass dieser Wunsch den Impuls für das erste Projekt der Völkerverständigung nach dem Krieg gab: Mit allen Mitteln, die der Krieg übrig gelassen hatte, und mit Unterstützung der Briten begann der Bau einer Uhr: Gleitrollen für Panzerketten dienten als Wellenlager und Schrauben britischer Herkunft hielten die Zeitmaschine zusammen. Als das Lager im Sommer 1949 aufgelöst wurde, stand das Uhrwerk funktionsfähig im Turm, da Zifferblatt und Zeiger fehlten, wird das Projekt vorläufig unvollendet gebliebens ein. über 40 Jahre sollte es dauern, bis die Arbeiten fortgesetzt wurden. Und das kam so: Die Bockhorner - traditionell zur Kirchengemeinde Düshorn gehörig - legten sich 1948 einen eigenen Friedhof an. Es fehlte allerdings noch ein entsprechendes Gebäude. Nach einigen Hin und Her erwarb man für 575 Mark auf Abbruch den Oerbker Lagerturm und verpflanzte ihn nach Bockhorn. Auf dem kleinen Waldfriedhof tönte jetzt eine eigene Glocke - aber am alten Uhrwerk nagte weiterhin der Zahn der Zeit. Erst 1994 nahmen zwei Bockhorner Einwohner die fast vergessene Antiquität wieder in Augenschein, suchten die ausgefallenen Zähne zusammen und nach der aufwändigen Bergung mittels eines Krans machte sich einer der Herren in mühevoller Kleinarbeit daran, die Uhr in ihre Einzelteile zu zerlegen. Mit fachkundiger Unterstützung und vieler anderer Gönner gelang es, die Uhr zu restaurieren. Die Bockhorner bauten für ihre Zeitmaschine ein eigenes Häuschen inmitten des beschaulichen Dorfes und seit 1979 zeigt die alte Oerbker Lageruhr allen Passanten den Gang der Zeit. 

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